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Grüne Wahlkreisradtour durch das Bühlertal nach Frankenhardt

Die Grüne Wahlkreisradtour hat bereits Tradition: seit 2013 geht es im Sommer je für 2 Tage mit dem Rad durch unterschiedliche Ecken von Schwäbisch Hall-Hohenlohe. In diesem Jahr radelten 19 Grüne Rät*innen und Mitglieder auf Einladung der Grünen-Landtagsabgeordneten Jutta Niemann und ihres Bundestagskollegen Harald Ebner wieder durch die Region, diesmal von Hessental durch das Bühlertal bis nach Frankenhardt. Bei strahlendem Sonnenschein ging es in der Sommerhitze zu verschiedenen Einrichtungen und Firmen.

Erstes Ziel der Tour war das Samariterstift in Obersontheim. Die Werkstätten und die Gärtnerei sowie das zugehörige Café Samocca in Schwäbisch Hall bieten Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur, Aufgaben und soziale Kontakte. Christoph Holl, der Leiter der Sozialpsychiatrie der Samariterstiftung in der Region Schwäbisch Hall, und Werkstattleiter Bernd Otter hießen die Gruppe bei einem Imbiss und Getränken willkommen und präsentierten die Einrichtung.

Von Obersontheim aus ging es weiter zur Dorfkäserei Geifertshofen. In der Käserei, die regionalen Bio-Heumilchkäse herstellt und dabei strenge Richtlinien und hohe Qualitätsanforderungen an die gelieferte Milch stellt, aber auch einen der höchsten Milchpreise in Deutschland an die Mitglieder der Genossenschaft auszahlt, wurden die Grünen von Bürgermeister Thomas Botschek und der Vorstandsvorsitzenden Nadine Bühler begrüßt. Bei einer Präsentation über die Arbeit und die Besonderheiten der Käserei konnte die Gruppe verschiedene leckere Heumilchkäsespezialitäten kosten.

Als nächstes besuchte die Gruppe die Gedenkstätte auf dem Kinderfriedhof Gantenwald. In der Zeit von Juni 1944 bis April 1945 wurden schwangere Zwangsarbeiterinnen zur Geburt in die Kinderpflegestätte Gantenwald gebracht. Ihre Kinder wurden ihnen nach der Geburt weggenommen, sie selbst wieder zur Arbeit gezwungen. 79 Geburten sind dokumentiert. Mindestens 24 Säuglinge starben in den ersten Monaten nach ihrer Geburt, weil sie nicht ausreichend versorgt und gepflegt wurden. Einige dieser Kinder und eine Mutter, die während der Geburt starb, sind auf dem Kinderfriedhof Gantenwald begraben. Das Schicksal dieser Kinder mahnt, sich Rassismus, Hass und Ausgrenzung überall entgegen zu stellen.

Anschließend radelten die Grünen zu ihrem Tagesziel nach Bühlertann auf die Tannenburg, auf der die Gruppe übernachtete. Beim abendlichen Grillen am Lagerfeuer mit regionalem Biofleisch – unter anderem köstlichem Rindfleisch aus der eigenen Produktion der Tannenburg – führten die Grünen Gespräche mit Familie Zipperer über die Arbeit auf ihrem Bioland-Hof und im Erlebnisschullandheim auf der Burg. Bei Gitarrenspiel und Gesang klang der Abend gemütlich aus.


Am zweiten Tag rollte die Gruppe zunächst gemächlich hinunter nach Bühlertann. Thomas Hägele begrüßte die Gruppe bei den Gewächshäusern seines Biolandhofs. Neben 160 Tomatensorten zieht Thomas Hägele Chilis und Paprika, die er auf dem jährlichen zweitägigen Tomaten- und Gartenmarkt im Mai auf seinem Hof und auf Märkten in der ganzen Region verkauft.

In der Mittagshitze radelte die Gruppe weiter nach Frankenhardt-Brunzenberg. Bei leckerem Blooz des Hofcafé Schöll und kühlen Getränken berichtete Helga Schöll von der Arbeit auf dem demeter-Hof Buchenhof, der sich auf Urgetreidesorten spezialisiert hat und daneben alles selbst produziert, was für die begehrten Brote und Kuchen aus der eigenen Produktion notwendig ist, bis hin zu eigenen Eiern. Die Grünen lernten dabei auch die Eigenarten verschiedener Urgetreidesorten kennen und konnten anhand von Ähren unterschiedlicher Sorten ihr Wissen testen.
Satt und erfüllt von den Eindrücken aus den ganz unterschiedlichen Stationen der Tour machte sich die Gruppe mit den Rädern wieder auf den Heimweg.

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