Bundesnetzagentur vergibt bei Ausschreibung für Solaranlagen Zuschläge an den Kreis Schwäbisch Hall und Hohenlohe
„Um die Energiewende erfolgreich umzusetzen hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft, brauchen wir auch den Ausbau von Freiflächensolaranlagen“, sagt MdL Jutta Niemann.
Beim letzten Gebotstermin der Bundesnetzagentur am 01.12.2019 erhielten die Kreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe drei Zuschläge: Die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH in der Gemeinde Michelbach an der Bilz, die ingenia projects GmbH & Co. KG in der Gemeinde Öhringen und Gerhard Pfaff in der Gemeinde Künzelsau.
Für die Klimaziele und die Energiewende müssen die Weichen jetzt gestellt werden. Die Vorteile der Erneuerbaren Energien liegen dabei auf der Hand: Reduktion der Treibhausgasemissionen, Arbeitsplätze und lokale Wertschöpfung, weniger Rohstoffimporte, nicht zuletzt sinkende Stromgestehungskosten.
Studien zeigen, dass ökologisch angelegte Freiflächenanlagen die Biodiversität deutlich steigern können, vor allem im Vergleich zu den Mais-Monokulturen für Biogas.
Für die berechtigte Diskussion um die Flächenkonkurrenz, lohnt es sich, einen Blick auf die Zahlen zu werfen. Bezogen auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Baden-Württemberg von insgesamt 1,6 Millionen Hektar nehmen die PV-Freiflächenanlagen aktuell mit 1.100 Hektar weniger als 0,1 Prozent der Fläche ein. Außerdem ist die Energieerzeugung durch PV (Photovoltaik) hinsichtlich des Flächenanspruchs besonders effizient. Der spezifische Ertrag ist im Vergleich mit z. B. der Stromerzeugung aus Biogas (Mais) um etwa den Faktor 30 höher. So können auf einem Hektar Fläche über eine PV-Anlage 670 MWh bei Biogas aus Mais nur 20-25 MWh Strom produziert werden.
Einen zukunftsweisenden Ansatz, um die Konkurrenz zwischen Landwirtschaft und Photovoltaik zu verringern, sieht die Landesregierung in der Agro-Photovoltaik, einer Kombination der beiden. Die Landesregierung unterstützt die Entwicklungen und Forschung in diesem Bereich. Vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft wurde deshalb im Jahr 2018 eine erste Machbarkeitsstudie Organische Photovoltaik-Anwendung (OPV) im Obstbau in Auftrag gegeben. Nachgewiesen werden konnten die Vorteile für den Obstbau und die prinzipielle Eignung von transparenten, organischen Solarzellen. Derartige OPV-Folien sind rollbar und ermöglichen dadurch völlig neuartige Anwendungen. Solche multifunktionalen Landnutzungssysteme können in der Zukunft an Bedeutung gewinnen.
„Die drei Anlagen in den Kreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe sind ein Schritt in die richtige Richtung. Natürlich müssen wir außerdem die Dächer für die Sonnenenergie nutzen. Mit dem Ziel aus der fossilen Energie auszusteigen und angesichts des zukünftigen Bedarfs an Erneuerbarer Energie, müssen wir alle sinnvollen Möglichkeiten voll ausschöpfen“, so MdL Jutta Niemann.




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