Appell an Bund: Energiewende fördern, nicht blockieren!

Geplantes „Netzpaket“ im Bund könnte Ausbau der Erneuerbaren im Kreis Schwäbisch Hall besonders stark ausbremsen  

Schwäbisch Hall. Die Pläne von CDU-Bundeswirtschaftsministerin Reiche, den Ausbau der Erneuerbaren an bestimmten Standorten zu drosseln, könnte den Kreis Schwäbisch Hall besonders hart treffen. Denn er gehört zu den Gebieten, die eine hohe kombinierte Leistung von Solar und Windkraft haben. „Die Pläne der CDU sind ein Frontalangriff gegen die Energie-Wende. Sie sind Gift für den Klimaschutz, für die Energiebranche und unser Handwerk hier vor Ort“, so Jutta Niemann, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Schwäbisch Hall und Sprecherin für Energie- und Klimapolitik ihrer Fraktion. „Diese Pläne dürfen so nicht umgesetzt werden.“

In vielen Regionen sind die Strom-Verteilnetze überlastet. Das heißt: Der Ausbau der Erneuerbaren schreitet so schnell voran, dass das Verteilernetz vor Ort den Strom nicht komplett aufnehmen kann. Die Bundesregierung will deshalb den Ausbau des Netzes und der Erneuerbaren stärker „synchronisieren“. Doch statt den Netzausbau zu beschleunigen, wie es wirtschaftlich vernünftig wäre, soll der Ausbau der Erneuerbaren eingeschränkt werden.

Besonders kritisch ist der so genannte „Redispatch-Vorbehalt“: Das bedeutet: In Regionen, in denen im Vorjahr mehr als drei Prozent des Stroms abgeregelt werden mussten, sollen neue Anlagen nur noch dann schnell ans Netz kommen, wenn die Betreiber bis zu zehn Jahre auf Entschädigungen verzichten – falls ihre Anlage später wieder gedrosselt wird.

Weil im Kreis Schwäbisch Hall laut Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg besonders viel installierte Leistung aus Erneuerbaren kommt, könnte der Landkreis zu den großen Verlierern gehören. Denn der Verzicht auf Entschädigungen erhöht das finanzielle Risiko erheblich. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre eine massive Investitionsunsicherheit die Folge.

Doch offenbar geht Katharina Reiche noch weiter: Wie kürzlich durch Medienberichte öffentlich wurde, plant das CDU-Bundeswirtschaftsministerium offenbar auch massive Einschnitte für kleine Solaranlagen auf privaten Wohnhäusern.

Jutta Niemann MdL: „Was das Bundeswirtschaftsministerium derzeit plant, ist ein massiver Angriff nicht nur auf die Energiewende, sondern auch auf bezahlbaren Strom, auf unsere Wirtschaft vor Ort und auf private Besitzer von Solaranlagen. Denn jede zusätzliche Wind- und Solaranlage senkt langfristig die Preise, weil sie günstigen Strom liefert und uns unabhängig macht von geopolitischen Krisen. Gleichzeitig profitiert unser lokales Handwerk und auch Privatleute vom aktuellen Boom der Erneuerbaren. Deshalb fordern wir Katharina Reiche dringend auf, von diesen klima- und wirtschaftsfeindlichen Plänen Abstand zu nehmen.“

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